Endspurt

Jo. Noch ein paar Tage mehr als drei Wochen und dann ist Prüfung…am 22. August die schriftliche, dann, ungefähr vier Wochen später, die mündliche Prüfung.

Mit meinen Prüfungsvorbereitungen bin ich soweit zufrieden – und so ein bisschen erinnert es mich an die Hagener Zeiten: viel Stoff, viele Details…aber eben auch eine sehr hilfreiche „Sammelleidenschaft“ der „Altvorderen“, was die K-Fragen angeht. Ich weiß natürlich nicht, wie das heutzutage in Hagen ist, aber daaaaamals… :-D

Einiges mag dennoch absolut nicht andocken in meinem Hirn…:-| …deshalb schreibe ich über diese Themen in den nächsten Tagen mal ein paar Mini-Beiträge, in der Hoffnung, dass es dann „bleibt“.

Die „Altvorderen“ haben knapp 1.800 Fragen zusammengetragen, aus 22 Klausuren. Ich wiederum habe diese Fragen ausgeschnitten, schnippschnapp, und thematisch zusammenkopiert, so dass ich so etwas wie kleine „Dossiers“ zu zwölf grob abgesteckten Themenbereichen habe.Dafür habe ich tagelang meinen Drucker malträtiert, wahrscheinlich viel Feinstaub eingeatmet – aber es hat sich gelohnt, denn es ist eine superfeine, weil systematische, Lernhilfe entstanden.

Wer sich für den so genannten „Gegenstandskatalog“ der Approbationsprüfung für Psychologische Psychotherapeuten interessiert, der klicke HIER und scrolle entsprechend runter auf der verlinkten Seite.

„Früher“, sprich zu Hagener Zeiten, habe ich als klausureinstimmende Motivationshilfe immer „Jump“ gepostet, entweder im Original von Van Halen oder von Aztec Camera – und so mache ich das jetzt auch, nur dass es diesmal UND ist… :-P

 

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Psychotherapeutenjournal

Im aktuellen PTJ gibt es einen sehr spannender Beitrag – eine auf den Punkt treffende „Polemik“ zum Thema, was Diagnosen eigentlich mit psychotherapeutischem Handeln zu tun haben.

Der Beitrag spricht mir so aus der Seele!

Klicke HIER, wenn du magst, da kommst du direkt auf den Beitrag von Michael B. Buchholz & Horst Kächele.

 

Teste Dein Wissen (10)

Und gleich nochmal „Systemische“:

Mehrfachantwortaufgabe: Bitte wähle 3 Antworten!

Zu den familienbezogenen diagnostischen Methoden zählt das Genogramm.

Auf welche der folgenden Informationen zielt sein Einsatz dabei am ehesten ab?

(A) Angaben zur Familienstruktur

(B) Beziehungen / Beziehungsmuster in der Familie

(C) funktionale Bedingsungsanalysen

(D) generationenübergreifende Familienmuster

(E) klinische Störungsbilder der Beteiligten

(F) Plananalysen

Lösungsvorschläge bitte ins Kommentarfeld eintragen.

Teste Dein Wissen (9)

Hier geht’s um Systemische Therapie:

Einfachauswahlaufgabe

Die Technik des zirkulären Fragens wird häufig bei einem familientherapeutisch orientierten Vorgehen eingesetzt.

In welcher der folgenden verbalen Interventionen kommt diese Technik am ehesten zum Ausdruck?

(A) Angemommen, Ihre Frau bekäme ein Kind, wie würde sich Ihr Tagesablauf ändern?

(B) Warum weinst du, was ist los mit dir?

(C) Was haben Sie gedacht, als Ihr Arzt Ihnen mitteilte, dass noch weitere Untersuchungen erforderlich seien?

(D) Wie würdest du die Beziehung zwischen deinem Vater und deiner Schwester beschreiben?

(E) Wobei wünschst du dir von deinen Mitschülern Unterstützung?

Lösungsvorschläge bitte ins Kommentarfeld eintragen.

 

Systemische Konzepte und Methoden

Schon lange ist die „Systemische“ ein vom Wissenschaftlichen Beirat anerkanntes psychotherapeutisches Verfahren – aber bislang eben noch nicht „sozialrechtlich“ anerkannt, sprich: es konnte, trotz „Wirksamkeitsnachweis“, bislang nicht über die gesetzlichen Krankenkassen abgerechnet werden, was nun in Kürze aber ansteht.

Trotz fehlender sozialrechtlicher Anerkennung ist die „Systemische“ schon immer Bestandteil der schriftlichen Approbationsprüfungen – wenn auch eher „plakativ“, was die Art und Weise der entsprechenden Prüfungsfragen angeht.

Gerne werden Fragen gestellt zum „Reflecting Team„, zu „zirkulären Fragen„, zum „Genogramm„, zu „paradoxen Interventionen„, zur „Mehrgenerationenperspektive„, zum „familiären Wiederholungszwang“.

Da ich mich schon lange für systemische Familientherapie interessiert habe, und wir auch im Hildesheimer Master ein sehr spannendes Seminar dazu hatten, waren die „gesammelten“ Fragen zu diesen Themen kein Problem.

Trotzdem möchte ich hier nun ein paar systemische „Teste Dein Wissen“-Fragen posten – denn es gibt ja anscheinend auch (mindestens einen 😀 ) Hagener, die eine entsprechende psychotherapeutische Ausbildung aufgenommen haben – und irgendwann vor so ähnlichen Fragen sitzen, wenn sie ihre Approbationsprüfung machen (möchten).

Teste Dein Wissen (8)

Diese Frage bezieht sich auf den Beitrag über Schizophrenie:

Kurzantwortaufgabe

Ein Patient mit einer schizophrenen Psychose klagt nach Abklingen der Akutsymptomatik, dass er keine Gefühle mehr habe, er sei wie verödet, könne sich weder freuen noch traurig sein.

Wie nennt man dieses z.B. im schizophrenen Residuum häufig auftretende Negativsymptom?

 

Lösungsvorschläge bitte im Kommentarfeld eintragen.

Teste Dein Wissen (7)

So, hier nun also eine typische Frage zu dem Beitrag „ICD-10 (1)“:

Einfachauswahlaufgabe

Über welchen Zeitraum muss bei einem Patienten die übermäßige Beschäftigung mit der Angst oder Überzeugung, eine ernsthafte Krankheit zu haben, mindestens vorliegen, um gemäß den diagnostischen Kriterien der ICD-10 eine hypochondrische Störung diagnostizieren zu können?

(A) zwei Wochen

(B) ein Monat

(C) drei Monate

(D) sechs Monate

(E) ein Jahr

Lösungsvorschläge bitte im Kommentarfeld eintragen.

Teste Dein Wissen (6)

Hier noch eine Frage zu einem Begriff, der mir gut aus M1 in Erinnerung ist:

Einfachauswahlaufgabe

In der neuropsychologischen Therapie kann das Ziel verfolgt werden, geschädigte neuronale Netzwerke durch intensive und repetitive Stimualtion der beeinträchtigten Funktion teilweise oder vollständig wieder zu reaktivieren.

Mit welchem der nachstehenden Begriffe wird dieser Behandlungsansatz am zutreffendsten bezeichnet?

(A) Kompensation

(B) Modifikation

(C) Partizipation

(D) Restitution

(E) Substitution

Lösung siehe Kommentar.

Teste Dein Wissen (5)

Bei dieser Frage hier musste ich an M5 denken:

Einfachauswahlaufgabe

Welches ist nach Erik Eriksons Stufenmodell der psychosoziale Entwicklung der phasenspezifische Konflikt im höheren Erwachsenenalter?

(A) Generativität vs. Selbstabsorption

(B) Identität vs. Identitätsdiffusion

(C) Initiative vs. Schuldgefühle

(D) Integrität vs. Verzweiflung

(E) Urvertrauen vs. Misstrauen

Lösung siehe Kommentar.

Teste Dein Wissen (4)

Auch diese Frage hier sollte nach M3 leicht zu beantworten sein – du siehst, ich motiviere mich beim Durcharbeiten der Fragen gerade mit etwas, das mir noch mehr Spaß macht…:-P

Kurzantwortaufgabe

Ein Patient kann sich nach einem Schlaganfall nur sehr mühsam und langsam arikulieren, seine Sprachproduktion ist undeutlich, der Wortschatz eingeschränkt. Das Sprachverständnis ist kaum beeinträchtigt.

Wie bezeichnet man diese Form der Aphasie?

Lösung siehe Kommentar.

Teste Dein Wissen (3)

Diese Frage fiel mir gerade vor die Füße, und ich denke, die kann jeder Hagener im Schlaf beantworten… :-D

Kurzantwortaufgabe

Welches faktorenanalytisch ermittelte Persönlichkeitsmerkmal aus dem Fünf-Faktoren-Modell (Big Five) bezieht sich auf interindividuelle Unterschiede in der emotionalen Stabilität und der Stressreagibilität?

Lösung siehe Kommentar.

 

ICD-10: Teil 1

Jenseits konkreter Störungsbilder wird in den Klausuren gerne auch immer wieder mal nach der Dauer gefragt, für die bestimmte Symptome vorliegen müssen, um eine bestimmte Diagnose nach ICD-10 „vergeben“ zu dürfen, d.h. dieser Zeitraum gehört zu den festen Diagnosekriterien.

Für gefühlt acht Millionen Störungsbilder kann ich mir diese Zeiträume nicht merken – wozu auch, im richtigen Leben gibt es dafür den „Taschenführer zur ICD-10-Klassifikation psychischer Störungen“ von Dilling & Freyberger, in den ich jederzeit gucken kann, wenn es sein muss.  :-D

Zum Glück allerdings beschränkt sich die Abfrage auf (anscheinend?) „gängige“ Störungsbilder, so dass ich hier mal eine kleine Übersicht gebe, wie lange bestimmte „Merkmale“ bei diesen vorliegen müssen:

F2 Schizophrenie, schizotype und wahnhafte Störungen
F21 Schizotype Störung – mind. 2 Jahre
F22 Anhaltende wahnhafte Störungen – mind. 3 Monate
F25 Schizoaffektive Störungen – den größten Teil einer Zeitspanne von mind. 2 Woche

F3 Affektive Störungen
F30.0 Hypomanie – an mind. 4 aufeinander folgenden Tagen
F30.1 Manie ohne psychotische Symptome – mind. 1 Woche
F32 Depressive Episode – mind. 2 Wochen
F33 Rezidivierende depressive Störung – mind. eine depressive Episode von mind. 2 Wochen und einem Intervall von mind. 2 Monaten ohne deutliche affektive Störung bis zur gegenwärtigen Episode.
F34 Anhaltende affektive Störungen – mind. 2 Jahre
Hierzu zählen Zyklothmia (F34.0)  und Dysthymia (F34.1)

F4 Neurotische, Belastungs- und somatoforme Störungen
F40 Phobische Störungen – keine Zeitkriterien
F41.1 Generalisierte Angststörung – mind. 6 Monate
F42 Zwangsstörung – mind. 2 Wochen
F43.0 Akute Belastungsreaktion – unmittelbares Auftreten, Abklingen innerhalb von Stunden oder Tagen
F43.2 Anpassungsstörungen – Beginn der Symptome innerhalb 1 Monat, Abklingen je nachdem: kurze depressive Reaktion (F43.20) nicht länger als 1 Monat, längere depressive Reaktion (F43.21) nicht mehr als zwei Jahre.
F44 Dissoziative Störungen (Konversionsstörungen) – Abklingen nach einigen Wochen oder Monaten; Ausnahme Chronifizierungen.
F45.0 Somatisierungsstörung – mind. 2 Jahre
F45.2 Hypochondrische Störung – mind. 6 Monate
F45.4 Anhaltende Schmerzstörung – mind. 6 Monate
F48.0 Neurasthenie – mind. 3 Monate

F5 Verhaltensauffälligkeiten mit körperlichen Störungen und Faktoren
F50.2 Bulimia nervosa – mind. 3 Monate
F51.0 Nichtorganische Insomnie – mind. 1 Monat
F52 Sexuelle Funktionsstörungen – mind. 6 Monate

So, hier mache ich erstmal Schluss für heute, Fortsetzung folgt – und dann natürlich auch die ein oder andere „Teste Dein Wissen“-Frage.

Und zum Abschluss hier noch ein geradezu klassischer ICD-10-Song…:-D

 

 

 

 

 

 

Teste Dein Wissen (1)

Einfachauswahlaufgabe

Der Psychiater Kurt Schneider hat bei der Schizophrenie Symptome ersten und zweiten Ranges definiert, wobei von den Symptomen ersten Ranges angenommen wird, dass sie hohe diagnostische Spezifität besitzen, während diejenigen zweiten Ranges nicht unbedingt charakteristisch für Schizophrenien seien.

Welches der folgenden Symptome zählt nach der Einteilung von Schneider zu den Symptomen zweiten Ranges?

(A) Gedankeneingebung

(B) Gedankenentzug

(C) Gedankenlautwerden

(D) Wahneinfall

(E) Wahnwahrnehmungen

Lösung siehe Kommentar.

F20: Schizophrenie

Während meiner „Praktischen Tätigkeit“ in der Klinik war ich nur besuchsweise auf der Akutpsychiatrie – insofern habe ich dort nicht wirklich Erfahrung gesammelt mit Patienten, die eine Schizophrenie-Diagnose bekommen haben. In der ambulanten psychotherapeutischen Ausbildung sind solche Patienten auch eher selten, so dass ich hier „trocken“ lernen muss, sprich: mir Symptomatiken verinnerlichen muss, denen ich so noch nicht begegnet bin, und die deshalb vielleicht schwieriger andocken als solche, die ich in persönlichen Kontakten kennengelernt habe.

Die Symptome der Schizophrenie werden eingeteilt in Positiv- und Negativsymptomatik. Die Positivsymptomatik…beschreibt Verhaltensexzesse bzw. Überschussreaktionen oder zusätzlich verzerrte, bizzare Verhaltensweisen. Negativsymptome sind Verhaltensdefizite. (…) wird das Vorherrschen von positiven Symptomen als Typ-I-Schizophrenie bezeichnet, jenes von negativen als Typ-II-Schizophrenie. Patienten vom Typ I zeigen eine bessere prämorbide Anpassung, einen akuten Verlauf, ein besseres Ansprechen auf Antipsychotika und eine größere Wahrscheinlichkeit einer Remission als Typ-II-Patienten. (zitiert nach: Kandale, M. & Rugenstein, K. (2017). Das Repetitorium. Berlin: Deutscher Psychologen Verlag GmbH.

Positivsymptome: Wahnvorstellungen, zerfahrenes Denken und Sprechen, Halluzinationen, bizzares Verhalten, katatone Symptome.

Negativsymptome („die 6 A“): Affektverflachung, Alogie (Sprachverarmung), Apathie & Antriebsverlust, Asozialität (sozialer Rückzug), Anhedonie, Aufmerksamkeitsstörung.

Kurt Schneider (1931) hatte nochmal eine andere (klausurrelevante) Aufteilung, nämlich die in Erst- und Zweitrangsymptome, wobei die Erstrangsymptome nach seiner Idee die „gesicherte“ Diagnose einer Schizophrenie erlauben:

Erstrang: Gedankenlautwerden, Gedankenausbreitung, Gedankenentzug, akustische Halluzinationen, Wahnwahrnehmung (z.B. Bedeutungswahn, Beziehungswahn).

Zweitrang: Ratlosigkeit, Wahneinfälle, depressive oder frohe Verstimmung, Sinnestäuschungen (einschließlich Coenästhesien), erlebte Gefühlsverarmung.

Es gibt auch noch eine Einteilung nach Eugen Bleuler, der zwischen Grundsymptomen und akzessorischen Symptomen unterscheidet – aber das kann ich mir nicht auch noch merken.  :-|

Wenn du das hier aufmerksam gelesen hast, solltest du die beiden nun oben folgenden Frage beantworten können – ähm, wenn du magst. :-D

Filmtipp: Lucky

Ein merkwürdiger kleiner wunderbar großartiger Film…es ist der letzte mit Harry Dean Stanton.

Lucky ist 90 Jahre alt, ein bisschen schrullig, ein bisschen zwanghaft…alles muss seiner Routine entsprechen. Und eigentlich passiert nicht viel in dem Film, und trotzdem passiert eine Menge…mehr so innerlich, bei ihm und bei der Zuschauerin…das Leben lebt…und es lebt immer weiter, das Leben…völlig unsentimental…egal, ob eine Landschildkröte ihren Weg geht…oder der Mensch…und trotzdem ist nichts von alledem egal…wie soll ich es nur beschreiben…?

Ein unpathetischer Film über das Leben, das irgendwann ein Ende hat…am liebsten mit Gesang…ob mit oder ohne Zigarette, ob mit Bloody Mary oder ohne, das sei dahin gestellt…

Prädikat psychologisch und existenzialistisch wertvoll…also: angucken! 8-)

 

Filmtipp: Side Effects

Emily ist depressiv, so was von…ihr Mann hat im Knast gesessen wegen irgendwelcher Finanzjonglierereien, die nicht so ganz sauber waren, nun ist er wieder zurück…und sie hat nichts Besseres zu tun, als in der Tiefgarage gegen eine Betonmauer zu fahren…was sie irgendwie überlebt hat, um sich dann in einer Klinik wiederzufinden,

Dort begegnet ihr Dr. Banks, der ihr wohl gesonnen ist und, statt sie einzuweisen wegen Selbstgefährdung, ihr Versprechen akzeptiert, regelmäßig in seine psychiatrische Praxis zu kommen, um „daran“ zu arbeiten. Dr. Banks ist ein sehr Gewissenhafter, und so nimmt er Kontakt zu ihrer ehemaligen Therapeutin auf. Diese schwört auf ein neues Medikament, das Antidepressivum Ablixa. Und so dauert es nicht lange,  bis Emily dieses Medikament von ihm verschrieben bekommt, mit allen Vor- und Nachteilen.

Ich möchte jetzt hier nicht ins Detail gehen, denn das wär der echte Spoiler…auch wenn du dir, mit ein bisschen Thriller-Erfahrung, schnell anfangen wirst, deine eigenen Hypothesen zu bilden. 😀

Ab einem bestimmten Zeitpunkt fängt der Gute an, sich in den Bösen zu verwandeln, aber man weiß nicht, ob er schon vorher so drauf war. Vielleicht kann man das ja auch ganz unterschiedlich interpretieren.

Jedenfalls, so einfach, wie es am Anfang aussah, ist es nicht.

Der Trailer, den ich hier einfüge, übertreibt die Geschwindigkeit der Ereignisse sehr…die Geschichte wird im Film sehr langsam erzählt, und das ist gut so.

Und, um hier nochmal die Meriten zu verteilen…auch dieser Film fand sich in der Stadtbibliothek…ich bin immer wieder hin und weg über diesen Service. 🙂

Fröhliche Weihnacht!

Eigentlich würde ich gerne von John Lennon den Song „Happy Xmas (War is over)“ posten – wenn es nicht längst schon wieder so viele Kriege & Kriegstreiberei geben würde.

Deshalb lieber dieses Stück…“Give peace a chance“…

Ich wünsche euch frohe Weihnachtstage & alles Liebe und Gute für das Neue Jahr!

(Vielleicht ein) Filmtipp: Three Billboards Outside Ebbing, Missouri

Auf diesen Film habe ich mich gefreut, sofort, als ich die ersten Kritiken gelesen hatte, habe ihn im Kino i-wie verpasst und mich dann nochmal gefreut, als ich ihn in der Stadtbücherei entdeckt habe. Jo, bei so viel Vorfreude muss das dann auch schon was ganz Besonderes sein…und wahrscheinlich war das mein Problem.

Der Kern der Geschichte hat eine Menge Potenzial: Eine Mutter hat ihre Tochter verloren, diese wurde vergewaltigt, getötet und dann verbrannt. Aus Sicht der Mutter hat sich die örtliche Polizei nicht genug um die Aufklärung gekümmert und so mietet sie drei Plakate an, auf denen sie ihre Vorwürfe der Welt mitteilt – in der Hoffnung, so die Polizei doch noch auf Trab zu bringen und für Gerechtigkeit zu sorgen. Hieraus könnte sich nun eine (nicht im polizeilichen, sondern im menschlichen Sinne) aufklärerische, emotional verzwickte und viel Ambiguitätstoleranz erfordernde, spannende Handlung ergeben – aber diese Möglichkeit wurde aus meiner Sicht verschenkt. Der Film ergeht sich viel in Klischees und „Action“, was in einigen Kritiken als „humorvoll“ bezeichnet wird. Ich empfand das eher als stereotyp und abgestanden.

Das soll nicht heißen, dass ich das Gucken bereue, aber ich war doch irgendwie enttäuscht – und jetzt würde ich mich sehr über eure, die ihr den Film auch gesehen habt, Kommentare freuen…vielleicht habe ich ja einfach nicht die richtige Perspektive gefunden. 🙂

Filmtipp: Shape of Water

Also, dass ich die Stadtbücherei als Filmquelle entdeckt habe, das habe ich ja schon kund getan. 🙂 Dass sie aber auch die brandaktuellen Filme im Bestand hat, das habe ich erst entdeckt, als ich im Online-Katalog „geblättert“ habe – ich staune, dass es so etwas „“Gemeinwohlnützliches“ im Zeitalter der alles aussaugenden Privatisierung noch gibt…und ich bin dankbar dafür!

Und jetzt zum Film: Man versetze sich in die 1960er Jahre – Elisa ist Reinigungskraft in einem Forschungszentrum, sie ist stumm, kann also nicht reden, aber sie kann hören und sich mit Gebärdensprache verständigen. Und sie hat Freunde: einen älteren Nachbarn, der Werbegrafiker ist und von seiner Agentur anscheinend ausgebootet wurde, und eine Kollegin, die immer an ihrer Seite steht, nicht nur, wenn Elisa mal wieder zu spät zur Arbeit kommt. Dass es die 60er Jahre sind, ist leicht an den Automobilen zu erkennen, die sonst nur noch in Filmen über Kuba zu sehen sind. 😉

Eines Tages kommt eine neue Lieferung ins Forschungslabor, das von der NASA betrieben wird: ein Geschöpf, das man in Südamerika aus irgendeinem Fluss „geangelt“ hat und von der dortigen Bevölkerung als Gottheit verehrt wurde. Elisa nimmt auf eine „eirige“ Art Kontakt auf zu dem Wesen (was „eirig“ meint, möchte ich hier nicht verraten) und ja, sie können miteinander kommunizieren. Und möglicherweise, aber diese Interpretation würde ich gerne dem geneigten Publikum überlassen, verlieben sie sich ineinander. Die „obere Heeresleitung“ beschließt, das Geschöpf zu töten, um es zu „verstehen“, was ja doch irgendwie ziemlich pradox ist, oder? Eigentlich hatten sie das Wesen ins All schicken wollen, weil die Russen da vorneweg waren, aber die Befindlichkeiten eines der „Oberen“ führte dann zum Todesurteil. Elisa hat diese Entscheidung „mitgehört“ und versucht nun, die Gottheit zu retten. Das alles hat ein wunderschönes Timing, nichts Überflüssiges.

Am Ende kommt es zum „Shootdown“ – aber es gibt, wie immer, eine Lösung.

Der Film ist lustig, traurig, bewegend, überraschend, stellenweise grausam…ach, und überhaupt.

Aus meiner Sicht: „Prädikat psychologisch wertvoll“ – ein „Must see“!